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Wie lange noch soll Angst unser Leben bestimmen?

Posted by on Mrz 8, 2015 in Allgemein

„Women in Exile & Friends“ kritisieren die Brandenburgische Landesregierung, die seit Jahren Beschlüsse des Landtags, die Unterbringungssituation von Asylsuchenden menschenwürdiger zu gestalten, nicht umsetzt.

Im Gegenteil: Die Lager sind überfüllt und die Wohnsituation ist katastrophal. Die “Mindestbedingungen für den Betrieb von Gemeinschaftsunterkünften”, die seit April 2011 geändert werden sollen, gelten unverändert bis heute fort. Sie sehen sechs Quadratmeter Wohnfläche pro Person vor. Im Herbst 2014 wurden sogar diese Mindeststandards zeitweise außer Kraft gesetzt. Mittlerweile fördert die Landesregierung auch “Gebäude in “Leichtbauweise” – mit anderen Worten: den Bau von Containern.

Etwa 200 Flüchtlingsfrauen und ihre Freund*Innen demonstrierten am 7. März lautstark in Potsdam, um gegen die Unterbringung von asylsuchenden Frauen in Sammellagern zu protestieren.

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Die Demo begann mit schwungvollen Trommlerinnen und einem Redebeitrag von Elisabeth Ngari, der Sprecherin der Brandenburger Flüchtlingsfrauenselbstorganisation Women in Exile: Sie beschrieb, unter welchen Bedingungen Frauen und Kinder in abgelegenen Brandenburger Sammelunterkünften leben müssen: „Qualvolle Enge, durch Arbeitsverbote erzwungene Untätigkeit, Stress und Angst vor Übergriffen bestimmen den Alltag. Wie lange noch soll Angst unser Leben bestimmen?“ klagte sie die Verantwortlichen an und forderte, endlich landesweite Regelungen zu erlassen, Asylsuchende in Wohnungen unterzubringen – vor allem die Frauen und Kinder!

Mit lauten Parolen zog die Demonstration durch die Potsdamer Innenstadt und endete mit der Abschlusskundgebung vor dem Landtagsgebäude mit klassischer Musik von Musikerinnen der Gruppe Lebenslaute. https://www.lebenslaute.net/

Text und Foto: Women in Exile & Friends https://women-in-exile.net/

 

Von der Latzhose zur Lila Villa – Frauenzentrum Cottbus feierte 25. Geburtstag

In Cottbus wird die Lila Villa gern mal „Emanzenhaus“ genannt. Emanzipiert sind die Frauen allemal, die an der Podiumsdiskussion zum 25. Geburtstag des Frauenzentrum Cottbus e.V., teilnahmen. Gründerinnen, Mitgliedsfrauen und Mitarbeiterinnen des Frauenzentrums erinnerten sich an die Geschichte des Vereins und diskutierten über aktuelle Möglichkeiten der Frauenarbeit in Cottbus.

Interessantes Detail: auf dem Podium standen die originalen Stühle, die im Jahr 1990 mühevoll besorgt wurden.

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„Das Cottbuser Frauenzentrum hat viele Wandlungen durchgemacht. Die Gründerinnen hatten teilweise andere Ansprüche und Ideale als wir heute, aber die Sorgen um die Finanzen waren schon damals die gleichen wie heute. Wir sind stolz darauf, als eines der vier von einstmals 16 Frauenzentren in Brandenburg noch zu bestehen, anerkannt zu sein und eine gute Arbeit zu machen“, fasste Geschäftsführerin Hanka Lindner zusammen.

„Wir werden weiter für unsere Angebote für Mädchen und Frauen kämpfen. Unser Projekt ANNA beispielsweise hat viele alleinerziehende Frauen auf den Weg in neue Arbeit und ein selbstbestimmtes Leben begleitet, doch  die Finanzierung läuft aus. Gute Frauen- und Mädchenarbeit kann aber nicht nur ehrenamtlich geleistet werden.“

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Natürlich wurde zum Geburtstag auch freudig mit den zahlreichen Gästen gefeiert. Besonders freuten sich die Cottbuserinnen über Grüße von Ministerin Diana Golze und über Gäste aus Zielona Gora. Den Abend beschloss ein bissiges und spritziges Programm der Kabarettistin Gisela Oechelhaeuser. https://www.gisela-oechelhaeuser.com/

Text und Fotos: Antje Schrader https://www.frauenzentrum-cottbus.de/