Termin Informationen:

  • Do
    15
    Mrz
    2018

    Ausstellungseröffnung: "... unmöglich, diesen Schrecken aufzuhalten"

    11:00 UhrMinisterium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg Henning-von-Tresckow-Straße 2-13, 14467 Potsdam Haus S, Magistrale

    Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie lädt herzlich zur Ausstellungseröffnung ein:

    "Eine ungeheuerliche seelische Belastung, versteckte Solidarität und ständiges moralisches Dilemma: Die Arbeit der von der SS als Ärztinnen und Ärzte sowie als Pflegerinnen und Pfleger eingesetzten Häftlinge im Krankenrevier des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück ist Thema einer Wanderausstellung, die ab dem kommenden Donnerstag im Frauenministerium gezeigt wird. Die Präsentation mit dem Titel „… unmöglich, diesen Schrecken aufzuhalten“ zeigt den belastenden Alltag dieser so genannten Funktionshäftlinge. Ihre Position erforderte eine permanente Gratwanderung zwischen den Befehlen der SS, den Bedürfnissen der Kranken und den eigenen Überlebensinteressen.

    Die Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegerinnen und Pfleger arbeiteten nicht nur unter schwierigen Bedingungen, ohne ausreichende Medikamente und Verbandsmaterialien. Sie mussten oft auch zwischen Leben und Tod abwägen und dabei schreckliche Entscheidungen treffen. Sie haben beispielsweise Sterbende weggeschickt und gesunden Menschen deren Nummern gegeben, damit diese überleben konnten. Von den Mithäftlingen erfuhren sie nicht nur Anerkennung. Sie wurden auch für die Nichtbehandlung von Kranken, für Selektionen und Tötungen mitverantwortlich gemacht.
    Die Ausstellung stellt Frauen und Männer vor, die im Krankenrevier gearbeitet haben. Sie behandelt zudem Themen wie Hygiene, Krankheiten im Lager, medizinische Verbrechen und die Ravensbrück-Prozesse in Hamburg und der Sowjetunion.

    Erarbeitet wurde die Ausstellung von den Historikerinnen Ramona Saavedra Santis und Christl Wickert im Auftrag des Arbeitskreises Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft und in Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Sie wurde gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, vom Bundesministerium der Gesundheit, vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg sowie von der Kulturstiftung des Bundes.

    Die Ausstellung wird von der Landesgleichstellungsbeauftragten Monika von der Lippe eröffnet. Anschließend wird die Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Insa Eschebach sprechen. Danach redet die Projektleiterin vom Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V., Karin Bergdoll. Anschließend führt die Historikerin Christl Wickert Interessierte durch die Ausstellung.

    Die Ausstellung wird bis zum 14. Mai 2018 zu sehen sein."