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Mitmach-Tipp #11

Viele Kinder in Potsdam verlassen morgens hungrig, ohne Frühstück gegessen zu haben das Haus.
Aber wie kann das sein? Viel zu viele Kinder in Deutschland wachsen in einer sozialen Notlage auf. Das bedeutet z.B., dass die alleinerziehende Mutter leider früher als das Kind aus dem Haus muss und niemand sonst da ist, um mit dem Kind zu frühstücken. Da bleibt dann morgens nur die Milchschnitte – falls denn noch eine da ist.

Auf dieser Grundlage dann in den Schultag starten, die nächste Mahlzeit erst mittags in Aussicht – da vergeht einem doch die Lust. Wenn wir uns dann vorstellen, dass gleich zu Beginn des Tages eine Doppelstunde Mathe ansteht und der Satz des Pythagoras gerechnet werden „will“ – puh! Auf hungrigem Magen lässt sich schwer denken, entwickeln, mitmachen. Das ist unbestritten.

Das Ergebnis sind schlechtere Schulleistungen, ein schlechterer Schulabschluss, schwierige Voraussetzungen für den wettbewerbsorientierten Arbeitsmarkt, die wieder zu prekären Anstellungsverhältnissen führen – der Teufelskreis schließt sich.

Diesen zu durchbrechen hat sich die Arbeiterwohlfahrt in Potsdam 2007 vorgenommen, indem sie das Projekt „Spirellibande“ ins Leben rief. Ziel ist es, die gesunde Ernährung von Schulkindern aus sozial benachteiligten Familien zu unterstützen. Das Projekt richtet sich seit 2008 nicht mehr ausschließlich an sozial benachteiligte bzw. bedürftige Kinder sondern ist inklusiv und damit für alle Schüler*innen einer Schule zugänglich. Wer das Angebot in Anspruch nehmen möchte, muss sich also keine Blöße geben oder „als arm outen“ – sehr schön!

Im Rahmen der Aktion #ichbindeutschland vom ZDF entstand ein Beitrag über die koordinierende Sozialpädagogin Franziska Löffler. Der erste Teil unseres Mitmach-Tipps ist also, sich dieses kurze Video anzusehen.

Wer dann Lust hat noch einen drauf zu setzen, kann sich gern auf der Seite der Spirellibande die unterschiedlichen Mitmach-Optionen anschauen:

1.) Spenden
2.) Ehrenamtliche Mithilfe
3.) Aktionen (z.B. zu Nikolaus, Ostern, Weihnachten)

Das Projekt finanziert sich ausschließlich aus Spenden und Sponsorengeldern. Schön wäre es natürlich, wenn es langfristig kostenloses Essen an jeder Schule gäbe und die Spirellibande institutionalisiert werden könnte.

Wie immer gilt: Wer nicht in Potsdam lebt, möge sich bitte in der eigenen Umgebung nach ähnlichen Projekten umschauen. Den Frühstücksclub der Deutschen Lebensbrücke e.V. gibt es z.B. in sieben Städten zwischen München und Hamburg. BrotZeit e.V. engagiert sich in acht verschiedenen Förderregionen.

Wir schmieren uns jetzt erstmal eine Stulle, denn schreiben macht auch hungrig.

Bis denne!

Jennifer

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FRAUEN STIMMEN GEWINNEN ist ein Projekt des Autonomen Frauenzentrums Potsdam in Kooperation mit dem Frauenpolitischen Rat des Landes Brandenburg. Die Texte sind fast immer verfasst von Laura Kapp. Jennifer Hoffmann betreibt die Social Media Accounts und hat diesen Text geschrieben.
Das Projekt wird finanziell gefördert durch die Brandenburgische Landeszentrale für Politische Bildung (Vielen Dank!). Anmerkungen, Ideen, Feedback, Kritik und Komplimente sind herzlich willkommen: per e-mail unter frauenstimmen@frauenzentrum-potsdam.de, auf Twitter @frauenstimmen oder auf Facebook.