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Frauenwoche in Falkensee

Mit einem ganz besonderen Jubiläum startete Falkensee in die Frauenwoche. Der 50. Falkenseer Frauenstammtisch, ein Grund zum Feiern, 50 Gründe um dranzubleiben, an Gleichberechtigung und Frauenpolitik.

Im Mai 2010 aus der Taufe gehoben von Ursula Nonnemacher, Landtagsabgeordnete und Kommunalpolitikerin für Bündnis 90/Die Grünen und Ulrike Legner-Bundschuh, ihrer Wahlkreisbüroleiterin, hat sich die ehemals kleine Runde zu einem beliebten Forum zum Austausch rund um frauenbewegte Themen gemausert.
Zum 50. Falkenseer Frauenstammtisch kamen dann, und nein, das war nicht abgesprochen, etwa fünfzig Frauen. Überreicht wurden kleine Geschenke und der nun offizielle Wimpel, nach neunundvierzig Stammtischen doch überfällig, für kommende fünfzig Stammtische Prunkstück und Erinnerung. Wir machen weiter, wir bleiben am Ball.

Am Ball bleiben, nicht nachlassen, weiter fordern, gemeinsam für Frauenrechte streiten und gern auch mal darüber, das zeichnet den Falkenseer Frauenstammtisch ganz allgemein aus. Treue und neue Besucherinnen reden über Frauenthemen, eine Gastrednerin, setzt die Impulse. Gespräche, Gedanken, Fragen fliegen wie besagter Ball durch den Raum, werden aufgefangen, weitergereicht, umgedacht, beantwortet.

Für das 50. Jubiläum hatten Nonnemacher und Legner-Bundschuh an eine ganz besondere Gastrednerin gedacht. Natürlich, alle Besucherinnen und Rednerinnen hier sind besonders, nur diese hat es politisch ein deutliches Stück auf dem Treppchen nach oben geschafft. Bodenständig ist sie geblieben, Familienmensch, erfolgreiche Politikerin.

Britta Stark (54), Präsidentin im Brandenburger Landtag, verheiratet, Mutter zweier, inzwischen erwachsener Töchter, strahlt eine leichte, selbstverständliche Ruhe aus. Innere Zufriedenheit, eine Frau voll im Gleichgewicht, gut im Kontakt mit sich selbst und damit auch mit ihrer Umgebung.

Stark schildert vor den aufmerksam lauschenden Frauen ihren politischen Lebensweg. Als junge Frau hatte sie Landmaschinenbau gelernt, die Möhrenmaschine nimmt dabei einen ganz besonderen Platz in ihren Erinnerungen ein. Eine Männerwelt, beste Schule für die engagierte Frau, die es mit 27 Jahren in den Landtag schaffte. „Damals war ich nicht nur sehr jung. Ich war auch die einzige Frau“, erzählt sie und schmunzelt. Das war 1990, bis heute sitzt sie nicht nur im Landtag, sie ist auch die Chefin für 105 Angestellte in der Landtagsverwaltung. In der Zeit hat sie zwei Kinder geboren, die Erziehungszeiten nahm ihr Mann. Damals noch keine Selbstverständlichkeit, eher ein Novum. „Dem Kontakt zu den Kindern hat das nicht geschadet,“ bestätigt sie. „Ihr Mann“, so sagt sie stolz, „ist ihr stabiles Hinterland.“ Die Weisheit, hinter einem starken Mann, steht immer auch eine starke Frau, nur spiegelverkehrt.

Britta Stark will Vorbild für Frauen sein. „Frauen hinterfragen sich sehr viel kritischer als Männer“. Sie möchte Frauen in die Politik bringen, besonders auf kommunaler Ebene. Noch immer sind Bürgermeisterinnen in Brandenburg eher die Ausnahme. Nur etwa jede zehnte dieser Positionen wird von einer Frau besetzt. Die Zugangsbedingungen müssen besser werden. Weniger, „ich trau mich nicht“ und mehr „ich kann das“!

Unterstützt wird der Gedanke natürlich auch von Ursula Nonnemacher. Und er regt, wie gewünscht, die Diskussionsrunde an. Die Ideen sprudeln, Argumente für und wider werden ausgetauscht, neue Gedanken schaffen sich Raum.

Und so war auch dieser, der 50. Falkenseer Frauenstammtisch wieder ein Gewinn für die Frauen, anregend für die Sinne, inspirierend und erfrischend. Für unsere gemeinsamen Interessen können wir nur gemeinsam einstehen, fordern und handeln. In diesem Sinne, auf die nächsten 50 Frauenstammtische.

 

 

Text und Bilder: Silvia Passow