Else Weil, genannt Pimbusch

Posted by on Mrz 12, 2015 in Allgemein

Durch das Projekt FrauenOrte im Land Brandenburg https://www.frauenorte-brandenburg.de/index.php?article_id=100  ist Mechthild Klann zum ersten Mal mit Else Weil in Berührung gekommen. Das war 2010 und seitdem hat Kurt Tucholskys erste Ehefrau die Potsdamer Figurenspielerin nicht mehr losgelassen. Denn Else Weil war nicht nur das Vorbild für die Claire in der Liebeserzählung „Rheinsberg“, sondern auch eine der ersten weiblichen Medizinstudentinnen in Preußen. Sie promovierte 1918.

Mechthild Klann hat selbst in Männerdomänen gearbeitet; sie studierte Mathematik und Ingenieurwesen, bevor sie sich entschloss, in Bochum eine Ausbildung als Figurenspielerin zu beginnen. 2012 war das und jetzt kam in Potsdam „Else Weil, genannt Pimbusch“ – ihr Objekttheater mit Musik – zur Premiere.

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Eine uralte Reiseschreibmaschine, einen Lederkoffer, ein Akkordeon und ein paar Ziegelsteine – mehr braucht Mechthild Klann nicht, um das aufregende Leben Else Weils zu erzählen. Die Figurenspielerin erhellt empathisch die vielen Facetten dieser ungewöhnlichen und starken Frau. Sie zeigt sie als selbstbewusste, komische, charmante und verletzliche Person zugleich und lässt das Publikum tief in ihre Emotionen eintauchen.

Neben ihrem sehr körperbetontem und emotionalen Spiel, das durch viele Brüche fasziniert (Regie: Horst J. Lonius), begeistert Mechthild Klann auch mit zum Akkordeon gesungenen Liedern von Bertolt Brecht, Marlene Dietrich und Claire Waldoff. Ihr einstündiges Programm kann ab sofort auch gebucht werden https://elseweil.wordpress.com/ und es eignet sich sehr gut, Menschen ab 14 Jahren sowohl ein individuelles Frauenschicksal als auch die Zeit zwischen 1910 und 1942 nahezubringen.

Astrid Priebs-Tröger

Nächste Vorstellungen am 14. und 15. März im Potsdamer KuZe, Hermann-Elflein-Str. 11, Beginn: 20 Uhr