„Selber schuld!“ Gerade Mädchen* und Frauen* hören diesen Satz besonders häufig. Werden individualisierte Schuldzuweisungen doch gern benutzt, um mit einfachen Erklärungen systemische und strukturelle Ungerechtigkeiten zu verschleiern. Ob Altersarmut, Lohnungleichheit oder Gewalterfahrungen – die Liste woran Frauen* vermeintlich selbst schuld sind, ist schier endlos.

Die Schuld wird den von Sexismus betroffenen Frauen zugeschoben und manche Frauen verinnerlichen diese Zuschreibung!

Gudrun Perko und Leah Carola Czollek, Institut für Social Justice and Diversity

Einer Schuldzuweisung allein standzuhalten und ihr selbstbewusst mit guten Gegenargumenten beizukommen, kostet unbeschreiblich viel Kraft. Fehler nicht auf die eigene Kappe zu nehmen, sondern abzuwehren und diese zum Beispiel im Rentensystem zu suchen, im Gender Pay Gap oder in der gewalttätigen Dominanzkultur kostet zusätzlich auch viel Zeit… und sehr viel Mut!

Zu sagen, was ist, und zu diskutieren, wie es zu ändern ist, kritisch und solidarisch, dazu bietet die Frauenwoche an vielen kleinen oder großen, an bekannten und überraschenden Orten des Landes Gelegenheit.

Cathleen Bürgelt, Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg e.V.

Statements der politischen Stiftungen zum Motto

 

Auftaktveranstaltung der Brandenburgischen Frauenwoche 2018

Fotos: Simone Ahrend, sah-photo

Schuld an den Schuldzuweisungen gegenüber Frauen, die immer noch in den Köpfen stecken, ist maßgeblich die christliche Sicht der vergangenen Jahrhunderte auf die Geschlechter. Auch, dass Gott fast ausschließlich männlich gedacht wurde.

Magdalena Möbius, landeskirchliche Pfarrerin und Studienleiterin für Frauenarbeit in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz (Input bei der Auftaktveranstaltung der 28. BFW)

Die Brandenburgische Frauenwoche ist einmalig in der Bundesrepublik und aktuell wie nie. Solange es sich die Gesellschaft einfach macht und Frauen die Schuld an ihren Benachteiligungen gibt, solange wird es eine Frauenwoche brauchen um auf strukturelle Probleme wie Lohnungleichheit und Lohnintransparenz, Gewalt gegen Frauen sowie schlechter entlohnte Sorgearbeit aufmerksam zu machen.

Frauenministerin Diana Golze

 

Über 200 Veranstaltungen in ganz Brandenburg

Die 28. Brandenburgische Frauenwoche hat gezeigt, dass wir gemeinsam gegen Schuldzuweisungen stark sind! Mit über 200 Veranstaltungen im ganzen Land Brandenburg wurden Räume geschaffen zum Diskutieren, zum Vernetzen, zum gegenseitigen Zuhören. Wir können solidarisch füreinander einstehen und uns unterstützen. Wir können eine Atmosphäre kreieren, in der sich sowohl Menschen mit Beeinträchtigungen wiederfinden, wie auch People of Colour, lesbische Frauen und Muslima.

Die Brandenburgische Frauenwoche wurde auch zum Anlass genommen um das 100-jährige Jubiläum des Frauenwahlrechts zu feiern und zu fragen, welche Rechte sich heute noch erkämpft werden müssen. Ob in der Politik oder der Arbeitswelt, dass sich etwas ändern muss ist längst Gewissheit. Politische Veränderungen werden durch die AfD nicht zu Gunsten von Frauen* ausfallen und politische Parität in den Parlamenten wird, ebenso wie das Frauenwahlrecht, durch den ein oder anderen Kampf erstritten werden müssen.

Deshalb ist die Brandenburgische Frauenwoche auch eine Plattform, um gesellschaftlichen Veränderungen Vorschub zu leisten: Ob bei der Diskussionsrunde zur #MeToo Kampagne und feministischen Potentialen der neuen Medien in Falkensee, oder dem Forum-Theaterstück „Nein heißt Nein!“ einer internationalen Frauentheatergruppe im KuZe Potsdam – es gibt viele Arten ins Gespräch zu kommen, gemeinsam zu gestalten und sich zu stärken. Gehen wir also entschlossen gegen individualisierte Schuldzuweisungen vor.

Ausführliche Beiträge zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie auf unserem Blog.

Selber Schuld? Packen wir‘s an!

Jenny Pöller, Frauenzentrum Potsdam

 

Podiumsdiskussion zu „Frauenbewegung und Islam, Frauenbewegung im Islam“ in der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung und Vortrag von Dr. Gisela Notz „Arbeit ist das halbe Leben! – Und was ist das ganze Leben?“ im Café HausZwei.

 

Zum Download

Auftaktveranstaltung der BFW 2018 am 1. März in Potsdam
Einladung Auftaktveranstaltung

+++ Mehr als 200 Veranstaltungen in ganz Brandenburg +++
Veranstaltungskalender

 

Landesgleichstellungsbeauftragte Monika von der Lippe zieht in ihrem Rückblick eine hervorragende Bilanz für diese „frauenpolitische Hochzeit“ im Land Brandenburg:

Die 28. Brandenburgische Frauenwoche war ein voller Erfolg. In der Kernzeit vom 1. bis 14. März 2018 wies der Kalender des Frauenpolitischen Rates insgesamt 226 Veranstaltungen im ganzen Land aus – und sicher gab es noch viele weitere. Damit hat diese Frauenwoche alle Rekorde geschlagen.

 

Text & Redaktion: Verena Letsch, Laura Schleusener | Fotos: Simone Ahrend, Sarah Stöckigt

 

Ausgewählte Berichterstattung der Presse:

Märkische Oderzeitung

Märkische Allgemeine Zeitung

Focus Online

Neues Deutschland

 

Die Brandenburgische Frauenwoche wird gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen, Gesundheit und Familie des Landes Brandenburg und der Landesgleichstellungsbeauftragten Monika von der Lippe.