Gut gemacht und selber schuld – die Brandenburgische Frauenwoche übertraf alle Erwartungen

Gestern, am 14. März 2018, endete die Kernzeit der 28. Brandenburgischen Frauenwoche und die Landesgleichstellungsbeauftragte Monika von der Lippe zieht eine hervorragende Bilanz für diese frauenpolitische Hochzeit im Land Brandenburg:

»Die 28. Brandenburgische Frauenwoche war ein voller Erfolg. In der Kernzeit vom 1. bis 14. März 2018 wies der Kalender des Frauenpolitischen Rates insgesamt 226 Veranstaltungen im ganzen Land aus – und sicher gab es noch viele weitere. Damit hat diese Frauenwoche alle Rekorde geschlagen. Auch die kürzlich erst erhöhten und langfristig gesicherten Fördermittel des Frauenministeriums wurden komplett abgerufen. Die Landesgleichstellungsbeauftragte Monika von der Lippe besuchte in den zwei Wochen allein 17 Veranstaltungen. Ihr Eindruck: „Die Frauenwoche ist in diesem Jahr auf ein riesiges Interesse gestoßen. Große Säle waren genauso überfüllt wie kleinere Räume. Teilweise mussten Veranstalterinnen reihenweise Absagen verschicken. Ein Beispiel: Das traditionelle Frauentagskino der Frauenministerin Diana Golze im Potsdamer Thalia-Kino war mit 350 Personen bis auf den letzten Platz gefüllt. Weitere 80 Frauen(!) standen auf der Warteliste. Und das trotz mehrerer frauenpolitischer Parallelveranstaltungen in der Landeshauptstadt!

Das provokative Motto „Selber schuld“ sorgte für intensive Diskussionen. Mal wurde es vehement abgelehnt, etwa im Zusammenhang mit der besonderen Gewaltbetroffenheit von Frauen und durch Frauen mit Behinderungen, mal wurde es positiv gewendet mit Verweis auf die Errungenschaften, die Frauen für sich verbuchen können. In diesem Zusammenhang wurde immer wieder auch auf das seit 100 Jahren bestehende Frauenwahlrecht hingewiesen und auf die Diskussionen um eine Veränderung des Wahlgesetzes zugunsten quotierter Listen – nicht zuletzt im Brandenburger Landtag. Auch die bereits im Vorfeld der Frauenwoche medial präsente #metoo-Debatte gegen Sexismus und die kürzlich in Kraft getretene Instanbul-Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen sorgten für Interesse in breiten Bevölkerungskreisen und den Medien.

Der Frauenpolitische Rat, in dessen Händen auch in diesem Jahr wieder die Koordinierung der Frauenwoche lag, hatte sich in diesem Jahr besonders bemüht, neue Teilnehmerkreise zu erschließen. Schon bei der Auftaktveranstaltung war dies spürbar: So waren neben langjährigen Gleichstellungsbeauftragten, Vertreterinnen von Frauenzentren und Frauenhäusern und anderen Einrichtungen auch einzelne Frauen mit Behinderungen, Unternehmerinnen, Künstlerinnen, Pfarrerinnen, geflüchtete Frauen, Migrantinnen und lesbische Frauen gekommen. Jüngere und ältere Frauen und einige Männer zeigten ebenfalls Interesse.

Kurz und gut: Der Anspruch der Frauenwoche, einmal im Jahr konzertiert frauenpolitische Themen in Brandenburg zu diskutieren, wurde in jeder Hinsicht voll erfüllt. Mit ihren Themen traf die Frauenwoche ins Schwarze, das Bedürfnis zur Auseinandersetzung mit ihnen war im ganzen Land ausgeprägt. Die Vielfalt der Teilnehmerinnen ist eine gute Ausgangsbasis für künftige Frauenwochen – aber auch für Diskussionen aus anderen Anlässen. Unterschiedliche Perspektiven bringen auch die Frauenpolitik in Brandenburg weiter voran. Eins hat sich in den zwei Wochen durchgängig gezeigt: Frauenpolitik ist alles andere als verstaubt, langweilig und irrelevant. Im Gegenteil – vieles ist noch zu tun und es geht uns alle an!

Viele Berichte aus der Brandenburgischen Frauenwoche gibt’s im Blog des Frauenpolitischen Rates: https://www.frauenpolitischer-rat.de/frauenpolitischer-rat/blog/« 

Text: Monika von der Lippe (zuerst veröffentlicht hier: https://www.masgf.brandenburg.de/sixcms/detail.php/bb1.c.590002.de)

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