Cometa e. V.: Nicht jammern, sondern tun

Die Worte „conference, meeting, talk“ stecken hinter “Cometa” – und Heidrun Höfler und Elke Bleich dachten eigentlich, dass sie sich mal mit Frauenbildung beschäftigen würden, als sie den Verein 1991 in Potsdam aus der Taufe hoben. Cometa gehört auch zu den Mitinitiatoren des Frauenpolitischen Runden Tisches und zu den Gründungsmitgliedern des Frauenpolitischen Rates.

Heidrun Höfler und Elke Bleich lernten sich im Neuen Forum in der AG Frauen kennen und ahnten, dass sie nach der Wiedervereinigung nicht in ihren angestammten Berufen im Ingenieurswesen würden weiterarbeiten können. „Frauen (zurück) an den Herd, hieß es“, so Höfler, „Frauen wurden aus dem Arbeitsleben rausgedrängt.“ Also beschlossen sie, wie Heidrun Höfler im Gespräch sagt, „nicht zu jammern, sondern etwas zu tun“ – und zwar für Frauen in einer ähnlichen Situation. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie ein baufälliges und somit bezahlbares Haus gefunden hatten, in dem sie Frauenbildungsseminare anbieten wollten.

Kerstin Luge und Heidrun Höfler gründeten zusammen mit Andrea Erhard den Kreativitätskindergarten

Als alle Formalitäten zum Erwerb des Grundstücks endlich geklärt waren, gab es für Frauenbildungsprojekte keine Förderung mehr und die Frauen übernahmen in Zeestow  – in der Nähe von Brieselang – stattdessen einen Kindergarten in freier Trägerschaft sowie einen Arbeitslosentreff, ein Kinderfreizeit- und Begegnungszentrum im Dorf, das von Cometa von 1992 bis 2007 betrieben wurde. „Es war eine Herausforderung“, sagt Höfler, aber auch, dass sie solche liebe und daran wachse.

Kindergarten statt Frauenbildungsarbeit – Frauenprojekte waren und sind ständig von Geld- und Personalsorgen geplagt

In der Landeshauptstadt unterhielt der Verein, solange es noch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) im Frauenbereich gab, u. a. ein Kindertreff, ein Bürgerhaus und eine Schuldner-beratungsstelle in Potsdam-West. Immer wieder machten die Frauen um Heidrun Höfler und Elke Bleich jedoch die Erfahrung, dass Förderungen ausliefen, Frauenprojekte ständig von Geld- und Personalsorgen geplagt waren und nicht wirklich kontinuierlich arbeiten konnten.

So beschlossen sie, ihre Kraft zu bündeln und ein Projekt anzuschieben, das, wie Heidrun Höfler sagt, „schon lange eine Vision von ihr war“. 2008 eröffneten sie in Falkensee einen Kreativitätskindergarten. In der nach der Wende neu errichteten Bezirkshandlung für Tupperware „lernen, lachen und leben“ – so das Motto der Einrichtung –  inzwischen bis zu 115 Kinder. Und es gibt eine Warteliste für das bilinguale Haus, das es vor allem berufstätigen Eltern ermöglichen will, ihre Sprösslinge optimal betreuen zu lassen.

Modell eines Zukunftskindergartens: Lebendiges Lernen ermöglichen

Hier gibt es viele Musik-, Sport- und Kreativangebote, zu denen andere Kinder sonst am Nachmittag von ihren Eltern hingefahren werden müssen, unter einem Dach. Heidrun Höfler wurde durch ihre eigenen Erfahrungen als Mutter eines Sohnes dazu angeregt. Außerdem ist der Betreuungsschlüssel besser als in anderen Einrichtungen und diese Kita ist zwölf Stunden und auch in den Sommerferien geöffnet.

Alle Kinder sollen an allem teilhaben können; Bildung ist (für mich) ein hohes Gut„, sagt Heidrun Höfler und es ist ihr anzumerken, wie sehr sie für dieses Konzept der Kreativitätspädagogik brennt, das im ländlichen Raum noch nicht so häufig umgesetzt wird. Wichtig ist ihr auch die Wertschätzung der Rolle der Erzieher*innen; in ihrem internationalen Team wird von Pädagog*innen gesprochen. Höfler legt viel Wert auf deren sorgfältige Ausbildung.

Der Verein möchte gerne noch eine (Grund-) Schule eröffnen, hat jedoch noch kein passendes Grundstück in der kinderreichen Boom-Region gefunden. Sie haben noch viele Pläne, vor allem auch im Bereich Eltern-Bildung. Die Mitwirkung im Frauenpolitischen Rat ist über die Jahre zwar zurückgegangen, Heidrun Höfler hat sich aber oftmals als Rechnungsprüferin eingebracht. Sie erinnert sich gern an die Anfangszeit des Rates als dieser noch „familiärer“ als jetzt war.

Text: Astrid Priebs-Tröger
Fotos: Anne Heinlein

Die Webpräsenz von Cometa e. V. befindet sich im Aufbau; weitere Informationen erhalten Sie zu einem späteren Zeitpunkt hier: http://www.cometa-ev.de/